Berlin – [–>Und wieder kommen dem Kanzler die Tränen! Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin wurden die Augen von Friedrich Merz (70, CDU) plötzlich rot und glasig. Er kämpfte dagegen an, aber: keine Chance! Schließlich waren seine Augen so feucht, dass sich Merz mit einem Tuch die Tränen aus dem Gesicht wischen musste. Auslöser: Schüler und Lehrer aus Hessen hatten sich über den mit 100.000 Euro dotierten Preis gefreut und sich gegenseitig umarmt. Und den Kanzler gleich mit.
So authentisch hat man den Bundeskanzler schon lange nicht mehr gesehen. Für die einen peinlich, weil ein immer wieder wegen rührender Momente weinender Kanzler von Diktatoren dieser Welt kaum ernst genommen wird. Für andere ist Merz ein Gefühlsmensch. Wie für seine Biografin Mariam Lau von der „Zeit“, die kürzlich sagte, dass er durchaus Gefühle zeigen kann. Das hat er jetzt erneut unter Beweis gestellt.
„Selbst der Bundeskanzler hat Tränen in den Augen. Was ist hier los?“
Bei der fast zweistündigen Schulpreis-Verleihung im TV-Studio Berlin-Adlershof werden in der Finalrunde 15 Schulen vorgestellt. Am Schluss gewann die Bertha-von-Suttner-Schule in Mörfelden-Walldorf (Hessen). Zwischendrin hält der Kanzler aber noch eine persönliche Rede, in der er ausplaudert, dass er selbst als Kind „selten Lust“ auf Schule hatte.
Es war dann auch Merz, der den Namen der Gewinner-Schule auf der Bühne vorlas. Doch die Freude, der Jubel, die Begeisterung der Hessen, als sie auf die Bühne stürmten, hat Merz dann übermannt. In den Filmaufnahmen der Gala sieht man, wie sich der Kanzler von der guten Laune der Schüler und Lehrer anstecken lässt, ins Mikrofon lacht. Und mit kratziger, tränenunterdrückender Stimme sagt, dass er die Gewinnerschule bald besuchen kommen werde.
Schulpreis-Moderatorin Linda Zervakis (51) ist völlig verdutzt, als sie im Jubel-Trubel den Kanzler in seinem Kampf mit den Tränen sieht. „Selbst der Bundeskanzler hat Tränen in den Augen!“, sagt sie. „Was ist hier los?“ Merz nimmt sich die Brille ab, wischt mit einem Tuch die Augen trocken. Doch auf dem Video sieht man nahezu bis zum Ende der Aufzeichnung die glasig-glänzenden Augen des Kanzlers.
Zuletzt hatte der Kanzler vor gut einem Jahr bei der Wiedereröffnung der Synagoge Reichenbachstraße in München mit den Tränen gekämpft.