Deutsche Autofahrer ächzen unter den Horror-Sprit-Preisen. Jetzt fordert Washington: Europa soll „sofort“ seine Diesel-Reserven freigeben! Damit wollen die Amis die Preise auf dem heimischen Markt senken.
Der Diesel-Knall stammt von US-Finanzminister Scott Bessent. Wörtlich schrieb der 64-Jährige am Donnerstag: „Unsere europäischen Partner sollten die Umsetzung ihrer bestehenden Zusagen beschleunigen und zusätzliche Lieferungen sofort verfügbar machen, um die anhaltenden Störungen zu beheben.“ Und weiter: „Amerikanische Landwirte, Lkw-Fahrer und Unternehmen dürfen nicht mit der Last einer weltweiten Diesel-Knappheit alleine gelassen werden.“
Drehen die Amis den Diesel-Hahn zu?
Hintergrund: Auch in den USA haben die Preise kräftig angezogen, seit die Mullahs die für den Welthandel so wichtige Straße von Hormus blockieren. Der Teuer-Schock kommt für die Republikaner zur Unzeit, denn in rund einem Monat sind Kongresswahlen. Vor diesen will der aktuell äußerst unbeliebte Präsident Donald Trump punkten und verspricht niedrigere Spritpreise. Wenig verwunderlich also, dass der 80-Jährige die Bessent-Forderung unterstützt. Bei einer Wahlkampf-Veranstaltung sagte Trump in Richtung Europa: „Das könnten wir machen. Die haben einigen Diesel.“
Auch in den USA sind die Spritpreise in die Höhe geschossen
Die EU-Kommission will am Freitag mit Vertretern der Mitgliedstaaten über die Lage beraten, wie eine Sprecherin noch am Donnerstagabend in Brüssel mitteilte. Wie sich die „europäischen Freunde“ (O-Ton US-Energieminister Chris Wright) entscheiden, ist noch völlig unklar. Denn die Gespräche finden statt vor der Drohkulisse eines Exportstopps von Ami-Diesel. Dafür hatte Trump zwischenzeitlich getrommelt.
„Das hätte dramatische Folgen für unsere Wirtschaftsleistung“, warnt EU-Handelskommissar Maros Sefcovic. Schätzungen zufolge kommt derzeit rund die Hälfte der europäischen Dieselimporte aus den USA. Sollten die Staaten den Hahn zudrehen, würden die Preise auch in Deutschland weiter explodieren.